Entstehungsgeschichte

Die Gründung der Deutschen Jugend aus Russland (DJR) im Jahr 1999 als eigenständige Jugendorganisation der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland war eine Antwort auf die vielfältige Integrationsprobleme jugendlicher Deutschen aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion.

Mit der Gründung eines gemeinnützigen, überparteilichen und überkonfessionellen Vereins, der auf Eigeninitiative als Selbstorganisation der jungen Deutschen aus Russland entstand und schon bald einen rasanten Mitgliederzuwachs verzeichnete, griff man zunächst Bedürfnisse der jungen Zuwanderer zeitnah auf und überbrückte damit sprachliche und kulturelle Lücken in der Regelversorgung.

In den Zeiten der großen Aussiedlungswellen der 90-er Jahre kam dem Verein eine wichtige Rolle beim Aufbau und der Nutzung informeller Netzwerke zu, für die ein hohes Maß an sprachlicher Kompetenz und Mentalitätskenntnissen notwendig ist. Wir konnten zudem eine Schutzfunktion erfüllen und ein Ort der Neuorientierung und Hilfeleistung für Zugewanderte werden.

Vor diesem Hintergrund kristallisierten sich für die DJR folgende Handlungsschwerpunkte heraus:

  • Unterstützung beim Überwinden der Identitätskrise
  • Förderung der kulturellen Betätigung von jungen Zuwanderern als Mittel zur Identitätsstiftung und Hilfe zur Integration
  • Stärkung des Selbstwertgefühls und Selbstbewusstseins
  • Förderung der gesellschaftlichen Partizipation
  • Förderung der Stärken (ressourcenorientierter Ansatz)
  • Förderung der sozialen Kompetenzen
  • Unterstützung bei schulischer und beruflicher Integration und bei der Integration in den Arbeitsmarkt
  • Abbau von Bildungsbenachteiligung
  • Förderung des Dialogs mit der Aufnahmegesellschaft

Die DJR gab jungen Russlanddeutschen eine Stimme und setzt sich bis heute dafür ein, deren Interessen in politische Entscheidungsprozesse einfließen zu lassen. Darüber hinaus unterstütze man die jungen Leute durch Beratung, Begleitung, Bildungs-, Sport-, Freizeit- und kulturelle Angebote sowie vielfältige Gruppenarbeit bei der sozialen, kulturellen, sprachlichen und gesellschaftlichen Integration.

Integrationshilfe bleibt auch weiterhin eine zentrale Säule unserer Arbeit, dazu kommen noch drei weitere – Jugend(hilfe), Bildung und Kultur. Aufgrund der Entstehungsgeschichte bildet der Einsatz für eine weltweite Ächtung von Vertreibungen, die Wahrung des Rechts auf Heimat und das Engagement für die sozialen, politischen und kulturellen Belange von Spätaussiedlern einen der Schwerpunkte unserer Arbeit.