Rückblick: „Nicht vergessen …“

Eine Auftaktveranstaltung zum Tag der Heimat

anlässlich des Gedenkens an „80 Jahre Deportation“

(Hanau) Am Samstag, den 14. August 2021 lud die Sudetendeutsche Landsmannschaft zu einer volksgruppenübergreifenden Auftaktveranstaltung anlässlich des Gedenkens an „80 Jahre Deportation“ ein. Der BdV Kreisverband Hanau-Main-Kinzig e.V. und die DJR – Hessen e.V. begleiteten als Kooperationspartner die Organisation und Durchführung. Gastgeber der Veranstaltung war die Karl-Rehbein-Schule mit inhaltlicher Beteiligung des Lehrpersonals und der Schülerschaft.

Unter dem Titel „Nicht vergessen …“ forcierte die Veranstaltung den Erhalt der Erinnerungskultur und ließ die Sudetendeutsche Landsmannschaft auf die Landsmannschaft der Russlanddeutschen treffen. Somit wurde auf die beiden deutschen Volksgruppen verwiesen, die ein ganz besonders tragisches Schicksal verbindet.

Diverse Vorträge, eine Diskussionsrunde und die Wanderausstellung „Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart“ der LmDR e.V. bereiteten die Geschehnisse des katastrophalen Stalinbefehls von 1941 mit seinen Folgen auf.

Bei Veranstaltungsbeginn zeigte Markus Harzer (Landesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft e.V.) in seinen einleitenden Worten die Parallelen zwischen den Landsmannschaften auf, wobei er gleichermaßen die Vielfalt der einzelnen Gruppen betonte, ihre individuellen Geschichten und Entwicklungen. Die Tragik des Datums – 28. August 1941 – habe sich in zahlreichen Schicksalen festgesetzt und sie stelle den Anknüpfungspunkt dar, um den weiteren Weg der Aufarbeitung gemeinsam zu bestreiten.

Grußworte sprach weiterhin StD’n Christine Zander, stellvertretend als Gastgeberin der Karl-Rehbein-Schule. Sie stellte heraus, dass die vorangegangenen Kooperationen mit der DJR – Hessen e.V. und dem BdV e.V. bei der Schülerschaft das Interesse für die Thematiken der Russlanddeutschen geweckten hätten und sie zur Eigeninitiative bei Recherchen motivierten. 

Lothar Streck (Vorsitzender des BdV Kreisverband Hanau-Main-Kinzig e.V. ) warf in seinen Grußworten ein Schlaglicht auf historische Momente. Eine nachhaltige Erinnerungskultur kreieren, Freundschaften pflegen und sich aus der Isolation begeben seien u.a. die Aufgaben unserer Zeit.

Bevor die Hauptreferenten die Bühne betraten, richtete Alexandra Dornhof, Bildungsreferentin der DJR – Hessen e.V. und in Vertretung der Geschäftsführerin Albina Nazarenus-Vetter, einige Worte an die Gäste. Es sei wichtig, die Geschichte an die nächsten Generationen weiterzugeben und kulturelle Besonderheiten aufrechtzuerhalten.

Im Hauptteil gab Calvin Zeller (Geschichtsstudent an der Goethe-Universität Frankfurt am Main) einen geschichtlichen Abriss zum Deutsch-Sowjetischen Krieg, zum einschneidenden Tag des 28. August 1941 und ordnete diese in die weltpolitischen Zusammenhänge ein. Er skizzierte die damaligen Lebensumstände der Deutschen in der Sowjet Union, beschrieb den Heimatverlust und die Traumata der Deportation.

Anschließend referierte Max Jungekrüger (Schüler der Karl-Rehbein-Schule) über die russlanddeutsche Identität im Wandel der Zeit und erläuterte die identitätsbildende Entwicklung vor 1941 exemplarisch an den Wolgadeutschen. Die Wahl fiel auf diese, da sich im Herbst 2019 Vertreter der DJR zusammen mit Schülern der Karl-Rehbein-Schule, darunter der Leistungskurs der Q3/4, auf Spurensuche der Wolgadeutschen begeben haben. Jungekrüger schlug den Bogen von der Einladung der Zarin und den Anfängen der Siedlungen über die 1990er-Jahre bis in die Gegenwart. Nach den tragischen Kriegsjahren und der Nachfolgezeit stellte sich die Frage, wie mit solch traumatischen Ereignissen umzugehen sei und was von der Volksidentität noch übrigblieb? Der eine Weg konnte die Aufarbeitung der Vergangenheit sein und die Reformierung der eigenen Identität, der andere das Verschweigen und Verdrängen der Ereignisse. Der zunächst unerfüllte Wunsch nach Rehabilitierung weckte die Sehnsucht, in die alte Heimat zurückzukehren. Doch oft stimmten die Umstände in Deutschland nicht mit den Hoffnungen und Erwartungen in die alte Heimat überein. „Sind das noch Deutsche?“, bekam man zu hören. Die Konfrontation mit der Entwicklung resultierte zunächst in der Problematik der nationalen Zuordnung. Eine Studie mit Russlanddeutschen zur Eigenwahrnehmung zeigte jedoch, dass sie, besonders ab der 2. Generation, für eine Hybrididentität einstehen. 

Jungekrüger schloss damit, dass die russlanddeutsche Geschichte sorgfältig aufzuarbeiten und dem kollektiven Geschichts- und Identitätsbewusstein hinzuzufügen sei. Die Identität solle weniger an der Ethnie als viel mehr an geistigen und moralischen Überzeugungen fest gemacht werden.

Die Leitung der offenen Diskussionsrunde übernahm die russlanddeutsche KRS-Schülerin Anastassia Becker. Nach einigen Wortmeldungen zum Begriffsverständnis von „Russlanddeutsche“ erreichte das Gespräch rasch eine emotionale, tiefgreifende Ebene. Diskussionsteilnehmerinnen mit wolgadeutschem Hintergrund berichteten über verschollene Familienmitglieder, über Eltern, die in der Trudarmee Schwerstarbeit leisten mussten. Es wurden biografische Details preisgegeben und mit der Gemeinschaft geteilt.

Markus Rückert, ebenfalls Teilnehmer der Studienreise an die Wolga, erzählte seine Sicht auf die Thematik aus einer Außenperspektive. Er selbst sei kein Russlanddeutscher, fände es aber wichtig, das kulturelle Erbe aufrechtzuerhalten, dieses an die Nachfolgegenerationen weiterzugeben und ein Bewusstsein für die eigenen Wurzeln zu schaffen. 

Daran anschließend ergänzte Harzer, dass das Schicksal der Russlanddeutschen flächendeckend Teil der Schulbildung werden müsse. Es müssten Möglichkeiten für Austausch, Kontakt und Dialog geschaffen werden. 

Vor der Verabschiedung durch die Veranstaltungsorganisatoren ergriff Dr.-Phil. Eugen Eichelberg das Wort. Er ist Projektleiter der Wanderausstellung „Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart“ der LmDR e.V., welche bei der Veranstaltung nach Vortragsende zu besichtigen war. Diese Ausstellung informiert über die deutschen Spätaussiedler aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion und ihre Geschichte. Sie zeigt das Schicksal der deutschen Auswanderer nach Russland, ihr Leben in Russland und die Rückkehr der Nachfahren nach Deutschland. Das Ziel der Wanderausstellung ist, die Öffentlichkeit über die Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland aufzuklären und somit bestehende Vorurteile über Deutsche aus Russland abzubauen.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Rodion Kehlbach.

Workshop zur Persönlichkeitsentwicklung

Zertifizierte Fortbildung im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung mit Schwerpunkt Kommunikation und Visualisierung

& zugleich Juleica-Verlängerung (Jahrgänge 2016/17/18)

Worum geht im Workshop? Früher oder später müssen wir alle vorne stehen, sei es ein Referat, eine Teamansprache oder Vorstellungsgespräch. Ein sicheres und selbstbewusstes Auftreten machen beim Zuhörer Eindruck, genauso wie ein visuell ansprechendes Flipchart oder Sketchnote von der Teamsitzung. Skills, die du im Beruf, aber auch in deinem Privatleben, gut einsetzen kannst.

Die Juleica kannst du verlängern, wenn du eine Fortbildung im Umfang von mindestens 8 Zeitstunden absolviert hast. 

Wann? Am Sonntag, den 31. Oktober 2021 von 10:00 bis 16:00 Uhr

Wo? Im Bildungs- und Kulturzentrum (Bikuz) der DJR, Sonnentaustr. 28, 60433 Frankfurt

Für Verpflegung ist gesorgt (Snack und Obst, warme Getränke).

Die Schulung wird durchgeführt von: 

  • Veronika Nissen, Juleica Projektleitung
  • Ilja Fedorov, DJR Juleica Teamer
  • Alexandra Dornhof, DJR Bildungsreferentin & Juleica Teamerin
  • Natalia Malzan, Pädagogin

Teilnahmegebühr:

DJR Mitglieder: 15,00 €

Nichtmitglieder: 25,00 €

Die Anmeldung gilt erst, wenn der vollständige Betrag bis zum 22.10.2021 überwiesen wurde. Der Beitrag kann nach einer Stornierung nach dem 22.10.2021 oder Nichterscheinen am 31.10.2021 nicht mehr rückerstattet werden. Wir danken für dein Verständnis!

Bezahloptionen:

Verwendungszweck (immer angeben): Fortbildung 2021 TN-Beitrag, Dein Vor- und Nachname und der Zusatz: DJR-Mitglied / Nichtmitglied

Per PayPal an kontakt@djr-hessen.de
(unbedingt die Option „Geld an einen Freund senden“ auswählen)

Per Überweisung an
IBAN: DE87 5001 0060 0717 3076 01 
Postbank Frankfurt; BIC: PBNKDEF

Sobald der Betrag eingegangen ist, hast du deinen Platz in der Fortbildung sicher! 

Hast du noch Fragen oder Anmerkungen? Schreib unserer Ansprechpartnerin Veronika Nissen an veronika.nissen@djr-hessen.de und wir können sicherlich alle Fragezeichen lösen.

Verbindliche Anmeldung



    Nicht vergessen…

    Die Sudetendeutsche Landsmannschaft lädt zu einer volksgruppenübergreifenden Auftaktveranstaltung anlässlich des Gedenkens an „80 Jahre Deportation“ ein.

    Unter dem Titel „Nicht vergessen …“ forcieren wir den Erhalt der Erinnerungskultur und lassen die Sudetendeutsche Landsmannschaft auf die Landsmannschaft der Russlanddeutschen treffen. Somit verweisen wir auf die beiden deutschen Volksgruppen, die ein ganz besonders tragisches Schicksal verbindet.

    Diverse Vorträge, eine Diskussionsrunde und die Wanderausstellung „Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart“ der LmDR e.V. bereiten die Geschehnisse des katastrophalen Stalinbefehls von 1941 mit allen seinen Folgen auf.

    Gastgeber der Veranstaltung ist die Karl-Rehbein-Schule mit inhaltlicher Beteiligung des Lehrpersonals und der Schülerschaft.


    Wann? Samstag, 14.08.2021 um 11 Uhr

    Wo? Schlossgartensaal (Eingang Nordstraße)
    der Karl-Rehbein-Schule
    Im Schloßhof 2
    63450 Hanau


    Anmeldung an alexandra.dornhof@djr-hessen.de
    Teilnahme kostenlos.

    Mehr zum Hintergrund der Veranstaltung gibt es im Einladungsschreiben.

    Mehr zum Programm findet ihr in unserem Flyer.

    Einladung zum Fachtag, 29.02.2020: Erinnerungsorte der Deutschen aus Russland – Studienreise an die Wolga

    Studiengruppe in Engels

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    wir beehren uns, Sie auf das Herzlichste einzuladen zu einer Fachtagung

    am 29.02.2020

    im Olof-Palme-Haus, Pfarrer-Hufnagel-Straße 2, 63454 Hanau

    von 10:00 – 16:00 Uhr

    im Zusammenhang mit einer Berichterstattung zu einer Projektreise in die ehemalige Wolgarepublik.

    Vertreter der DJR haben sich zusammen mit Schülern der Karl-Rehbein-Schule in Hanau, darunter der Leistungskurs der Q3/4, letzten Herbst auf Spurensuche der Wolgadeutschen begeben. Die Projektreihe ist eng mit Hanau verbunden, hatte doch zu Beginn eben dieser Leistungskurs mit Unterstützung durch die DJR und LmDR die Ausstellung „Das Deutsche Wolgagebiet – eine unvollendete Fotogeschichte“ in die Ausstellungsräume des Rathauses geholt. Eine weitere Etappe bildete dabei eine Bildungsreise nach Büdingen, von wo die Masse der Auswanderer anno 1763/1764 nach Russland aufgebrochen war. Den Höhepunkt der Trilogie bildete die Spurensuche an der Wolga selbst.

    Im Zentrum der Fachtagung steht die Vorstellung und Präsentation eines Films, der während des Besuchs vor Ort entstanden ist und das Thema ausführlicher beleuchtet. Eine offene Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Gesellschaft und Politik wird sich im Anschluss daran mit Chancen, Problemen und zukünftigen Aufgabenstellungen für die Gesamtgesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland, aber auch in Russland, auseinandersetzen.

    Über Ihr Kommen werden wir uns sehr freuen. Bitte senden Sie Ihre verbindliche Anmeldung bis zum 26.02 per E-Mail an: alexandra.dornhof-idrh@gmx.de. Für Rückfragen steht Ihnen Alexandra Dornhof unter der Telefonnummer: 017643661778 zur Verfügung.

    Wir würden uns sehr freuen, Sie bei unserer Fachtagung begrüßen zu dürfen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Margarethe Ziegler-Raschdorf

    Beauftragte der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler

    Alexandra Dornhof, Bildungsreferentin

    DJR – Hessen e.V.

    Karl-Rehbein-Schule                      

    BdV Hanau e.V.

    Herausforderung Heimat – Wo gehören wir hin? Russlanddeutsche Perspektiven

    01.12.2019, ganztägige Informationsfahrt nach Detmold

    Die meisten Deutschen aus Russland sind  bestens gesellschaftlich und beruflich in der Bundesrepublik Deutschland integriert. Gleichzeitig lässt sich eine gewisse Zurückhaltung im Blick auf die politische Partizipation feststellen.

    Erklärungsansätze finden sich oft in den Herkunftsgeschichten der Menschen. Deutsche aus Russland sind „zwischen“ mehreren Kulturen aufgewachsen und stehen oftmals vor der Herausforderung, sich als Deutsche in ihrer historischen Heimat neu definieren zu müssen. Gleichzeitig unterscheidet sich die politische Sozialisation der Russlanddeutschen –oft geprägt durch die Erfahrung erlittener Repressionen in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion- deutlich von der Mehrheitsgesellschaft.

    Vor diesem Hintergrund wollen wir im Rahmen der Informationsfahrt mit Ihnen über „russlanddeutsche“ Identitäts- und Wertevorstellungen ins Gespräch kommen und der Frage nachgehen, inwieweit diese das Verständnis von Demokratie und politischer Teilhabe beeinflussen.

    Die Teilnahme inkl. An- und Abreise sowie Tagungsverpflegung ist kostenfrei.

    Wir laden Sie herzlich ein!

    Anmeldung für die Abfahrt ab Frankfurt:

    alexandra.dornhof-idrh@gmx.de

    Hörtheater „Wolfskinder – eine Kindergeneration nach 1945“

    Der BdV Landesverband Hessen startete in diesem Jahr mit einer neuen Veranstaltungsreihe „Kulturerbe Osten“. Das Ziel der Reihe ist es die ehemaligen deutschen Ostgebiete, ihre Kultur aber auch das Schicksal ihrer Bewohner nach dem Jahr 1945 zu beleuchten und ein Zeichen gegen die Mauer des Vergessens zu setzen.  

    Gerade die jüngeren Generationen betrachten diese Themen im besten Fall nur noch als historisches Ereignis. Erschreckend viele junge Menschen, aber auch die deutsche Mehrheitsgesellschaft, haben von dieser Thematik gar keine Kenntnis. Angesichts aktueller Entwicklungen in Europa ist es jedoch wichtiger denn je, die Erinnerung daran wachzuhalten.

    Die Reihe startete erfolgreich im Juni 2019 mit der Aufführung des mehrfach prämierten Theaterstücks „Die Sudetenvertreibung“ und widmete sich dem Schicksal der drei Millionen Sudetendeutschen, die nach dem zweiten Weltkrieg ihre Heimat verlassen mussten.

    In Zusammenarbeit mit der hessischen Landesgruppe der Landsmannschaft der Ost- und Westpreußen, nimmt sich der BdV diesmal des Themas der ostpreußischen Hunger- und Wolfskinder an. Das Hörtheater beleuchtet in verschiedenen Facetten die Geschichte deutscher Nachkriegskinder im ehemaligen Ostpreußen, die sich nach dem Ende des zweiten Weltkrieges vor den Soldaten der Roten Armee in Sicherheit zu bringen versuchten, und heimat- und elternlos „verwilderten“, daher „Wolfskinder“ genannt wurden. Eine Geschichte über die Bedeutung von Identität, Menschenwürde und Mitgefühl, eindrucksvoll inszeniert von der Schauspielerin Anja Bilabel und musikalisch begleitet von der Perkussionistin Salome Amend, eröffnet auch einen neuen Blick auf die aktuelle Flüchtlingsthematik.

    Wir möchten Sie herzlich einladen, an der Aufführung teilzunehmen. Diese findet statt am

    Freitag, 22. November 2019, 11.30 Uhr

    Aula der Elly-Heuss-Schule,

    Platz der Deutschen Einheit 2, 65185 Wiesbaden.

    Auf Ihre verbindliche Rückmeldung bis zum 15.11.2019 freuen wir uns. Ihre Anmeldung richten Sie – unter Angabe der Teilnehmerzahl – bitte an: buero@bdv-hessen.de oder telefonisch an die Nr.: 0611-360 19-24.

    DJR Camp 2019 – Learn & have fun

    Fröhliches Kennenlernen am ersten Campingtag.

    Das DJR Camp für junge Menschen ist ein besonderes Pilotprojekt. Es wurde von Anatoliy Kravtsov und Alexandra Dornhof ausgearbeitet und im August mit einer ehrenamtlichen Gruppe erfolgreich am Badesse in Mainhausen umgesetzt. Das Besondere an diesem Camp ist die Selbstverwaltung durch Ehrenamtliche, diese begleiten den gesamten Prozess von Planung bis Durchführung des Camps. In der Natur haben sich junge Menschen selbst entdecken und kennenlernen können, dazu bekamen sie in vielfältigen Workshops (politische Bildung, Yoga, Rhetorik und Körpersprache, Psychologie, Kommunikationstraining) die Möglichkeit.

    Camp-Teilnehmer am Lagerfeuer in Mainhausen.

    Die Workshops wurden von Ehrenamtlichen konzipiert und durchgeführt. Ganz nach dem Motto „Entdecke und lebe deine Talente“  bekamen die Ehrenamtlichen eine Chance sich weiterzuentwickeln und zugleich eine Plattform um ihre Talente und Fähigkeiten zu zeigen. Unter anderem wurden Workshops zum Thema Europa, Mandalatherapie, Umgang mit Konfliktsituationen, Feedbackmethoden und Stärkung der Willenskraft durchgeführt. Dies ist eine Möglichkeit der gesellschaftlichen Teilhabe in einer geschützten Atmosphäre, ob für Workshopleiter oder Teilnehmende. 90 % der Beteiligten besitzen einen Migrationshintergrund und haben nicht immer eine Chance an Bildung oder gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Vor allem, weil sie teilweise die Bildungsstrukturen und die Jugendverbandsarbeit nicht kennen. Dies sollte durch das Camp geändert werden. Durch die Einbindung dieser jungen Menschen, am Positivbeispiel der bereits Aktiven, kann zugleich wichtige Integrationsarbeit geleistet werden.

    Olympiade

    Während der drei Tage wurde ein friedliches Miteinander angestrebt, indem auch Campingregeln befolgt werden mussten. Es wurde gemeinsam aufgeräumt, gespielt und gelernt.  

    Blind modellieren mit Ton. Stärkung der Selbstwahrnehmung, Workshopleiterin Natalia Wagner.
    „Experiment Europa“, Workshopleiterin Natalie Pawlik
    Workshop „Umgang mit Konfliktsituationen“, Workshopleiterin Viktoria Kohan

    Am Lagerfeuer konnten alle ihre musikalischen Talente zeigen und über die Workshops reflektieren und sich austauschen. Die Pausen wurden stets mit interessanten Aktivitäten ausgefüllt. Es wurden nicht nur Seifenblasen gemacht, sondern auch gemeinsam ein Irish Dance einstudiert.

    Wir bedanken uns ganz herzlichen bei allen Ehrenamtlichen, die mit Leib und Seele bei diesem Projekt mitgewirkt haben und freuen uns auf weitere spannende Projekte.

    „Mandalatherapie“, Workshopleiterin Olga Bulgakova
    Kreativworkshop mit Ilja und Julia Wolf. Abschließend gab es eine Neonparty.

    Heimat im Herzen, Heimat in Deutschland Bundesinnenminister Seehofer würdigt Deutsche aus Russland

    „Heimat im Herzen, Heimat in Deutschland“- unter diesem Motto fand am 04. Juni im Bundesministerium des Innern ein Dialogforum der Deutschen aus Russland statt. Ein spannendes Format mit vielen guten Diskussionen und Beiträgen, welches in der Zukunft unbedingt fortgesetzt werden muss. Auch zukünftig ist man bereit in Dialog mit Deutschen aus Russland zu gehen und ihre Belange aktiv in Angriff zu nehmen. Vor allem die Frage nach der Identitätsstärkung und der nachholenden Integration waren wichtige Diskussionspunkte.

    Bundesbeauftragter für Spätaussiedler und nationale Minderheiten Bernd B. Fabritius

    Vor rund 250 Jahren suchten Deutsche auf Geheiß von Zarin Katharina der Großen ihr Glück als Siedler im Russischen Reich. Mit dem Zweiten Weltkrieg änderte sich das Schicksal für die deutschen Volkszugehörigen in der Sowjetunion jedoch abrupt: Die einst Willkommenen erlitten Diskriminierung, Deportation und Zwangsarbeit. Erst mit dem Fall des Eisernen Vorhangs erfüllte sich für viele von ihnen die Hoffnung, den Sehnsuchtsort Deutschland endlich auch zur Heimat werden zu lassen.

    Viele von Ihnen haben Deutschland über Generationen hinweg als Heimat im Herzen bewahrt. Diese besondere Leistung der Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion sollte beim Dialogforum im Bundesinnenministerium gewürdigt werden.

    Unsere DJR Geschäftsführerin Albina Nazarenus-Vetter durfte als Vertreterin des Bundesvorstands der LMDR an der einführenden Podiumsdiskussion teilnehmen.
    Bundesinnenminister Horst Seehofer sowie der Bundesbeauftragte für Spätaussiedler und nationale Minderheiten Bernd B. Fabritius betonten in Ihren Reden wiederholt den großen Beitrag der Spätaussiedler für das gesellschaftliche und kulturelle Leben in Deutschland. In einem kurzen Video konnte unsere Bildunsgreferentin Alexandra Dornhof vom BM Horst Seehofer eine Botschaft an die jungen Deutschen aus Russland festhalten.

    Heimat im Herzen, Heimat in Deutschland
    Bundesinnenminister Seehofer würdigt Deutsche aus Russland

    Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, Horst Seehofer: „Über 2,4 Millionen Deutsche kamen seit 1990 aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion in die Bundesrepublik. Sie sind schnell Teil unserer Gesellschaft geworden – das ist eine große Leistung, die ausdrückliche Anerkennung verdient. Aussiedler und Spätaussiedler sind gleichzeitig aber auch Deutsche mit besonderer Geschichte, für die wir wegen ihres schweren Schicksals nach dem Zweiten Weltkrieg in besonderer Verantwortung stehen. Ihre bewegende Vergangenheit und reiche Kultur sind Bestandteil der deutschen und der gesamteuropäischen Geschichte.“

    Deutsche Jugend aus Russland e.V.

    Büdingen – Look back

    Bildungsreise nach Büdingen „Auf den Spuren der Russlanddeutschen in Büdingen – Cover history and media“

    SchülerInnen der Karl-Rehbein-Schule, LMDR und DJR Mitglieder, sowie andere Interessierte, nahmen im Mai an der Bildungsreise teil und erstellten mehrere Videoprojekte über die Geschichte der Auswanderung der Deutschen im 18. Jahrhundert aus Büdingen nach Russland. Die kurzen Erklärungsvideos über die Auswanderung der Deutschen nach Russland und ihre Schicksale werden zukünftig auf einer digitalen Plattform zu finden sein, welche vom Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte gestaltet wird. Dies dient der Förderung des Verständnisses der Einheimischen für die Kultur und Geschichte der Deutschen aus Russland, die ebenso ein wichtiger Teil der deutschen Geschichte ist.

    Die Kleinstadt Büdingen in Hessen diente als zentraler Sammelort der Russlandkolonisten 1766. Dort befindet sich in der Marienkirche das Eheschließungsregister mit 375 geschlossenen Ehen auswandernder Paare. Anhand des Beispiels in Büdingen konnten die TeilnehmerInnen die Umstände der Auswanderung aus den Kleinstaaten des Hl. Römischen Reichs Deutscher Nation mit einem kundigen Referenten (Klaus-Peter Decker: Büdingen als Sammelplatz der Auswanderung an die Wolga 1766) ergründen und Lebensumstände sowie Motive der Auswanderer ermitteln.

    Marienkirche in Büdingen

    In Anbetracht der historischen Bedeutung von Büdingen sieht das Land Hessen eine besondere Beziehung und Verantwortung auch für die Rückkehrer, Spätaussiedler. Daher hat das Land Hessen bereits im Jahr 1985 die Patenschaft über die Wolgadeutschen übernommen.

    Die Bildungsreise wurde durch das Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte gefördert und war eine gelungene Kooperation zwischen DJR – Hessen e.V. und der Karl-Rehbein-Schule.